Kurze Antwort: Plastikmuell im Labor laesst sich mit drei einfachen Schritten deutlich reduzieren. Erstens: von Einweg auf Mehrweg umstellen und Kunststoff-Einwegartikel durch wiederverwendbares Laborglas ersetzen. Zweitens: Verbrauchsmaterial reduzieren und wiederverwenden, etwa mit Nachfuellsystemen fuer Pipettenspitzen und sauberer Abfalltrennung. Drittens: die Beschaffung buendeln und langlebige, reparierbare Geraete waehlen, um Verpackung und Abfall zu senken.
Labore gehoeren zu den ressourcenintensivsten Arbeitsplaetzen ueberhaupt. Nach einer viel zitierten Schaetzung verursachten die Biowissenschaften weltweit rund 5,5 Millionen Tonnen Laborplastik pro Jahr. Die gute Nachricht: Man muss den Betrieb nicht komplett umkrempeln. Schon drei einfache Umstellungen senken den Plastikmuell spuerbar, oft ohne Mehrkosten und haeufig sogar mit Einsparungen.
1Von Einweg auf Mehrweg umstellen
Der wirksamste erste Schritt ist, Kunststoff-Einwegartikel dort durch wiederverwendbare Alternativen zu ersetzen, wo es die Anwendung erlaubt. Viele Standardgefaesse gibt es in langlebigem Borosilikatglas, das sich autoklavieren und ueber Jahre nutzen laesst.
- Bechergläser, Messzylinder, Kolben und Laborflaschen aus Glas statt Einweg-Kunststoff
- wiederverwendbare Glas- oder Edelstahlspatel statt Einweg-Wiegeschiffchen
- Glas- statt Kunststoff-Petrischalen, wo keine Sterilverpackung noetig ist
- langlebige Waschflaschen und Vorratsgefaesse
Damit sich der Umstieg wirklich lohnt, ist eine effiziente Aufbereitung wichtig. Geraete zum Reinigen und Sterilisieren wie Laborspuelmaschinen und Autoklaven sorgen dafuer, dass Mehrweg-Laborglas schnell und ressourcenschonend wieder einsatzbereit ist.
2Verbrauchsmaterial reduzieren und wiederverwenden
Nicht alles laesst sich auf Mehrweg umstellen, gerade Pipettenspitzen und Roehrchen bleiben Verbrauchsmaterial. Aber auch hier gibt es viel Spielraum:
- Nachfuellsysteme (Refills) und wiederbefuellbare Boxen fuer Pipettenspitzen nutzen, sodass nur die Einlage getauscht wird
- Gebindegroessen an den tatsaechlichen Bedarf anpassen und Ueberbestellung vermeiden
- das richtige Volumen waehlen, statt grosze Roehrchen fuer kleine Proben zu verwenden
- saubere, unkontaminierte Kunststoffe getrennt sammeln und dem Recycling zufuehren
- an Ruecknahme- und Recyclingprogrammen fuer Tip-Boxen und Handschuhe teilnehmen
3Beschaffung buendeln und langlebige Geraete waehlen
Nachhaltigkeit beginnt schon beim Einkauf. Wer bewusst bestellt, spart Verpackung, Transport und langfristig auch Geld:
- Bestellungen buendeln, statt viele kleine Lieferungen auszuloesen, das senkt Verpackung und Lieferwege
- in groesseren Gebinden kaufen, wo Haltbarkeit und Verbrauch es zulassen
- langlebige, reparierbare Geraete mit guter Ersatzteilversorgung waehlen
- Materialien mit Recyclinganteil oder biobasierte Kunststoffe pruefen, sofern sie fuer die Anwendung validiert sind
- Fortschritte ueber Rahmenwerke wie My Green Lab oder LEAF messbar machen
Wo sollten Sie anfangen?
Der einfachste Einstieg ist eine kurze Bestandsaufnahme: Schauen Sie eine Woche lang, welcher Kunststoff am haeufigsten im Muell landet, und ersetzen Sie zuerst genau dieses eine Produkt durch eine Mehrweg- oder Nachfuell-Loesung. Ein Schritt nach dem anderen ist wirkungsvoller und leichter durchzuhalten als ein kompletter Umbau auf einmal.
Haeufig gestellte Fragen
Wie viel Plastikmuell verursachen Labore?
Nach einer viel zitierten Schaetzung verursachten die Biowissenschaften weltweit rund 5,5 Millionen Tonnen Laborplastik pro Jahr. Auch wenn die Zahl nur eine Naeherung ist, zeigt sie, wie stark einzelne Labore ins Gewicht fallen und wie viel schon kleine Umstellungen bewirken.
Welches Einweg-Kunststoffprodukt laesst sich am einfachsten durch Mehrweg ersetzen?
Am einfachsten sind Bechergläser, Messzylinder, Kolben und Laborflaschen. Hier laesst sich Einweg-Kunststoff meist direkt durch wiederverwendbares Borosilikatglas ersetzen, das autoklavierbar und langlebig ist.
Kann man Pipettenspitzen-Boxen wiederverwenden oder recyceln?
Ja. Viele Hersteller bieten Nachfuellsysteme (Refills) und wiederbefuellbare Boxen an, sodass nur die Einlage getauscht wird. Saubere, unkontaminierte Kunststoffe lassen sich zudem oft ueber Recyclingprogramme oder die normale Kunststoffsammlung entsorgen.
Was ist My Green Lab oder LEAF?
My Green Lab und LEAF (Laboratory Efficiency Assessment Framework) sind Zertifizierungen beziehungsweise Rahmenwerke, die Labore dabei unterstuetzen, Energie, Wasser und Verbrauchsmaterial systematisch zu reduzieren und Fortschritte messbar zu machen.
Spart nachhaltiges Arbeiten im Labor auch Geld?
Meist ja. Mehrweg-Laborglas amortisiert sich ueber viele Nutzungszyklen, Nachfuellsysteme sind guenstiger als Komplettpackungen, und weniger Abfall bedeutet geringere Entsorgungskosten. Gebuendelte Bestellungen sparen Verpackung und Versandkosten.
Wo sollte man mit einem nachhaltigeren Labor anfangen?
Am besten dort, wo der groesste Abfallstrom entsteht. Schauen Sie eine Woche lang, was am haeufigsten im Muell landet, und ersetzen Sie zuerst dieses eine Produkt durch eine Mehrweg- oder Nachfuell-Loesung. Ein Schritt nach dem anderen wirkt nachhaltiger als ein kompletter Umbau.
Bereit fuer den ersten Schritt? Ersetzen Sie Einweg-Kunststoff durch langlebiges Laborglas und finden Sie passende Mehrweg-Loesungen im Sortiment. Fuer groessere Umstellungen beraten wir Sie gern.
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